Auf ins All! SpaceX hat EnMAP-Launch-Termin bestätigt

pts20220330010 Technologie/Digitalisierung, Forschung/Entwicklung

OHB-Erdbeobachtungssatellit soll am 1. April 2022 von Cape Canaveral starten

Oberpfaffenhofen/Cape Canaveral (pts010/30.03.2022/09:15) –

Der Countdown läuft, nur noch wenige Tage bis zum Start der ersten deutschen Hyperspektralmission EnMAP (Environmental Mapping and Analysis Program). Der Lift Off am SLC-40 der Cape Canaveral Space Force Station in Florida/USA ist für 18:24 deutscher Sommerzeit geplant. EnMAP wird dann mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX zu seiner sonnensynchronen Erdumlaufbahn in rund 650 Kilometer Höhe aufbrechen, um uns künftig die Welt in mehr als allen Farben zu zeigen.

Neue Ära der Erdbeobachtung

Das hochkomplexe Instrument des Erdbeobachtungsatelliten wurde im Auftrag der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am OHB-Raumfahrtzentrum “Optik und Wissenschaft” in Oberpfaffenhofen entwickelt und gebaut und ist an Ingenieurskunst kaum zu überbieten: “EnMAP wird uns die Welt so zeigen, wie wir sie bisher noch nicht gesehen haben. Mit EnMAP startet Deutschland in eine völlig neue Ära der Erdbeobachtung. Ich bin sehr stolz, dass wir es gemeinsam mit unserem Partner DLR geschafft haben, dieses ambitionierte Projekt in die Tat umzusetzen. Wir alle sind gespannt auf die ersten Daten und Bilder, die unser Satellit senden wird”, sagt Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB System AG. “Für Umweltschutz und den Kampf gegen den Klimawandel sind die Erkenntnisse aus der EnMAP-Mission ein ganz wichtiges Instrument.”

“Deutschland leistet mit dem Start von EnMAP einen außergewöhnlich wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Der Weg, den wir dafür gegangen sind, war extrem wichtig für die Leistungsfähigkeit der deutschen Raumfahrtwissenschaft und -industrie. Die Mission hat auf vielen Gebieten neue Entwicklungen an der Grenze des technisch Machbaren erfordert. Am Ende ist ein Satellit herausgekommen, der der gesamten Menschheit zugutekommt. Denn die EnMAP-Daten können zum Beispiel dazu beitragen, die Erträge in der Landwirtschaft nachhaltig zu verbessern und damit die Ernährungssicherheit bei einer steigenden Weltbevölkerung sicherzustellen”, sagt Dr. Walther Pelzer, Vorstandsmitglied des DLR und Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR.

Start-Vorbereitungen laufen reibungslos

Die Vorbereitungen und Tests für den Ritt ins All laufen erfolgreich nach Plan. Der Hightech-Umweltbeobachter EnMAP wurde betankt und in den Ruhezustand versetzt, bevor er auf den “Rideshare Stack” montiert wurde. Dort wird er gut geschützt durch die danach angebrachte Fairing, wie die Außenhülle der Rakete bezeichnet wird. Diese sogenannte Nutzlastspitze krönt seit dem 29. März die Rakete. Die Generalprobe des Start-Countdowns im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum (GSOC) am DLR-Standort in Oberpfaffenhofen, an der das EnMAP-Team in Cape Canaveral vom SpaceX Start- und Landekontrollzentrum aus teilgenommen hat, lief glatt. Der Start des Satelliten rückt in greifbare Nähe.

“Unser Satellit hat alle Tests und Aktivitäten während der Startvorbereitungen hervorragend bestanden, sodass wir uns auf einen weiteren leistungsstarken und zuverlässigen OHB-Satelliten freuen können! Unser Team hat auch hier in Cape Canaveral großen Einsatz und Pragmatismus gezeigt. Jetzt vertrauen wir der hervorragenden Ingenieurskunst und den Spezialisten von SpaceX, dass sie unser ‘Baby’ sicher ins All bringen. Erst danach wird OHB wieder tätig: Wir unterstützen vom Kontrollraum aus das DLR während der ersten Lebensphase des Satelliten im Weltraum”, berichtet OHB-Projektleiter Peter Honold vom Cape.

Was wird EnMAP sehen?

EnMAPs “Augen” werden tatsächlich mehr sehen als wir mit unseren Augen wahrnehmen können: Der Satellit trägt ein Hyperspektralinstrument, das über zwei abbildende Spektrometer mit insgesamt 242 Aufnahmebändern im Wellenlängenbereich von 420 bis 2450 Nanometern verfügt. Die spektrale Auflösung liegt dabei bei 6,5 Nanometern im sichtbaren und nahinfraroten Bereich und bei 10 Nanometern im kurzwelligen Infrarotbereich. So kann der Satellit die von der Erdoberfläche reflektierte Sonnenstrahlung vom sichtbaren Licht bis in den kurzwelligen Infrarotbereich in kontinuierlichen Spektren erfassen.

Die Wissenschafts-Community auf der ganzen Welt, und allen voran das GeoForschungszentrum (GFZ) in Potsdam, unter deren wissenschaftlicher Koordination die Mission steht, blickt von daher mit großer Spannung auf den Start von EnMAP: Die Hyperspektraldaten können zum Beispiel zeigen, welche Mineralien oder auch Schadstoffe in einem Gebiet sind, ob Pflanzen ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden oder ob ein Gewässer mit Schadstoffen belastet ist.

Terminhinweis: Start am 1.4.2022 live verfolgen

Über den Start des Satelliten mit SpaceX wird live im Internet berichtet werden. So wird das DLR in einer Kooperation mit Phoenix und SpaceX eine live Berichterstattung streamen. Programmstart ist für 17.25 Uhr deutscher Sommerzeit angesetzt. Link zum Stream: https://bit.ly/3Lp90db

(Ende)

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