Flüge von Branson und Bezos: 100 Kilometer hoch, aber meilenweit entfernt von echter Raumfahrt

Tatsächlich sind diese Flüge eher als die Befriedigung der ehrgeizigen Ambitionen von Multimilliardären aufzufassen. Virgin Galactic wurde von Richard Branson gegründet, der seine ersten Millionen mit dem Schallplattenlabel Virgin Records machte und später mit der Fluglinie Virgin Atlantic Air viel Geld verdiente. Blue Origin ist das Hobby des derzeit reichsten Manns der Welt, Jeff Bezos, der mit dem Online-Versandhaus Amazon sein Vermögen machte und unbedingt auch in den Weltraum vordringen möchte.

Während Richard Branson keine weit reichenden Pläne für ein Vordringen in den Weltraum erkennen lässt, schwärmt Jeff Bezos von riesigen Raumstationen im All, auf denen eines Tages Millionen Menschen leben sollen. Seine Vorstellungen für die nächsten Jahrzehnte erinnern eher an die Sciencefiction-Serie »Star Trek« denn an einen realistischen Vorstoß in den Weltraum. Bezos hat eine große Trägerrakete namens »New Glenn« in der Entwicklung, deren Leistungsdaten an die Saturn-V-Trägerraketen des Apollo-Mondprogramms in den 1960er bis 1970er Jahren erinnern. Allerdings ist Blue Origin hier noch nicht recht vorangekommen.

Wer wirklich in den Weltraum möchte und dadurch als ein echter Astronaut anerkannt werden will, muss erheblich tiefer in die Tasche greifen – und die beträchtlich höheren Ansprüche an die körperliche Verfassung erfüllen. Hier kommt ein bislang noch unerwähnter, weiterer Multimilliardär ins Spiel, dessen Weltraumambitionen aber mit finanzkräftiger Unterstützung der NASA schon sehr viel weiter gediehen sind. Die Rede ist von Elon Musk, der als erbitterter persönlicher Rivale von Jeff Bezos gilt. Seine Firma SpaceX ist derzeit als einziger kommerzieller Anbieter in der Lage, Menschen mit der Raumkapsel »Crew Dragon« auf eine Erdumlaufbahn zu transportieren, sieht man einmal vom Angebot der staatlichen russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos mit den Sojus-Kapseln ab.

Pro Passagier sind Flugkosten von 50 Millionen Dollar im Gespräch, offeriert werden mehrtägige Flüge in die Erdumlaufbahn. Auch ein Flug zur Internationalen Raumstation ISS mit mehrtägigem Aufenthalt dort ist gegen einen weiteren Preiszuschlag möglich. Erste Starts könnten bereits Ende 2021, Anfang 2022 stattfinden.

Schon allein am Preisschild ist ersichtlich, wie viel höher der Aufwand hinter einem echten Raumflug ist. Der Kundenkreis dürfte hier, auch weltweit gesehen, recht überschaubar sein, denn nicht viele Superreiche interessieren sich so sehr für den Weltraum, dass sie auf eigene Kosten einen Flug buchen werden.

Elon Musk möchte die Einnahmen von SpaceX aus den Passagierflügen und aus dem Geschäft mit seiner Satelliten-Megakonstellation Starlink dazu verwenden, seine weit reichenden Visionen zumindest zum Teil zu finanzieren. Er träumt seit seiner Jugend von einem Leben auf dem Mars. Somit ist, genau wie bei Konkurrent Bezos, eine wiederverwendbare Trägerrakete in der Saturn-V-Leistungsklasse bereits in der Entwicklung, wobei erste Testflüge mit einfachen Prototypen in den nächsten Monaten unmittelbar bevorstehen.

We would like to give thanks to the author of this short article for this amazing web content

Flüge von Branson und Bezos: 100 Kilometer hoch, aber meilenweit entfernt von echter Raumfahrt

Fuzzy Skunk