Satelliten aus dem Drucker – deutsche Firma fordert SpaceX heraus – WELT

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Deutsche Satelliten aus dem Drucker sollen schon 2023 starten

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Darstellung eines Reflex-Satelliten, wie er in einem Jahr ins Alls geschossen werden soll

Quelle: Reflex Aerospace, München

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Das deutsche Unternehmen Reflex Aerospace will in der Rekordzeit Satelliten ins All befördern. Schon 2023 sollen sie abheben. Die großen Konkurrenten sind SpaceX, Airbus oder OHB. Der Neuling will jedoch ganz anders produzieren.

Der Krieg in der Ukraine zeigt beispielhaft, wie wichtig Satelliten sind. Elon Musk sorgt über sein Starlink-Satellitennetz für Internetverbindung für die Bevölkerung und Militärs, andere Satelliten übernehmen Aufklärungsmissionen. Egal, ob für Telekommunikation, Navigation, Datendienste, Erdbeobachtung und vieles mehr, ohne die Technik im All läuft auf der gesamten Erde nichts mehr rund.

Über Jahrzehnte wurde der Markt von wenigen, meist etablierten Konzernen beherrscht, die mit viel Vorlauf die Satellitenproduktion planten. Doch die Branche ist im Umbruch. Die Startkosten ins All sinken. Jetzt geht es um neue Ideen, neue Bündnisse und die Kommerzialisierung der Raumfahrt unter dem Schlagwort „New Space“. Hier möchte das deutsche Start-up Reflex Aerospace künftig vorne mitmischen. Im nächsten Jahr sollen die ersten zwei von später etwa 400 Satelliten fliegen.

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„Wir sind schneller und flexibler als die Großen und zudem risikobereit“, sagt Christian Lindener im Gespräch mit WELT. Der 39-Jährige hat soeben seine Stelle bei Airbus als Chef von Airbus Scale aufgegeben, der Innovationseinheit des großen Luft- und Raumfahrtkonzerns.

Er kennt sich also aus, wo es neue interessante Entwicklungen gibt. Lindener ist als Mitgesellschafter beim Satellitenhersteller Reflex Aerospace mit Sitz in Berlin und München eingestiegen. An dessen Spitze steht als Hauptgesellschafter der 37-jährige Reflex-Gründer und Chef Walter Ballheimer.

Große Konkurrenten sind SpaceX, Airbus und OHB

Das Team ist in der Szene gut vernetzt, etwa zu Bulent Altan, dem Ex-Mitarbeiter des Milliardärs und Technikunternehmers Elon Musk. Altan steht inzwischen an der Spitze von Mynaric bei München, einem börsennotierten Spezialisten für Kommunikation im Weltraum und zur Erde über Laserstrahlen.

In Deutschland kristallisiert sich damit neben drei Raketen-Start-ups auch eine Satelliten-Szene heraus. Die großen Konkurrenten sind SpaceX von Elon Musk, Airbus oder der Bremer Raumfahrtkonzern OHB.

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Dabei geht es um Anteile an einem Milliardenmarkt. Die EU-Kommission plant eine eigene, souveräne Satellitenkonstellation für abhörsicheres Breitband-Internet. Reflex möchte dazu ein Konsortium mit dem Namen UN:IO anführen und beteiligt werden. Insider sprechen von ambitionierten Plänen, die laut Lindener „reifen“. Mehr will er noch nicht verraten.

Reflex will sich dabei in einer Marktnische positionieren. Zwischen schuhkartongroßen Minisatelliten, den Cubesats, und mehrere Tonnen schweren Großsatelliten, die in 36.000 Kilometer Höhe über der Erde positioniert werden. Reflex will 250 bis 500 Kilogramm schweren Satelliten bauen – aber nicht mit vielen Jahren Vorlauf, sondern in Monaten gerechnet.

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Vor den Toren Münchens sollen sie in 3D-Druckern entstehen. Statt aus 1000 Bauteilen, „wollen wir mit lediglich 100 auskommen“, sagt Lindener. Derzeit hat das Start-up rund 20 Beschäftigte, bis nächstes Jahr soll sich die Anzahl knapp vervierfachen.

Für die Finanzierung einer ersten Mission 2023 wird aktuell ein zweistelliger Millionenbetrag eingesammelt. Zur Demonstration sollen dann zwei Satelliten miteinander und zur Erde über Laserkommunikation verbundenen sein.

Zu den potenziellen Kunden gehören Telekomkonzerne, die beispielsweise etwa per Satellit Alternativen zu Seekabel-Verbindungen schaffen oder Automobilkonzerne als Kunden, für autonomes Fahren. „Es wird einen riesigen Datenhunger von selbstfahrenden Autos geben“, sagt Lindener.

Elon Musk baut acht Satelliten pro Tag

Reflex-Satelliten könnten auch als Nothelfer benötigt werden, wenn defekte Satelliten ausfallen und schnell Ersatz gebraucht wird. Militärs denken wahrscheinlich auch an die Möglichkeit, dass bei einem Krieg womöglich Ersatz für abgeschossene Satelliten gefunden werden muss.

Wie Lindener sagt, möchte Reflex zumindest in Europa der Schnellste sein, der Satelliten in dieser Klasse vom Auftrag bis zur Inbetriebnahme baut – in nur neun Monaten. „Drei Monate designen, drei Monate bauen, drei Monate testen und dann Start“, prophezeit Lindener. Üblicherweise vergehen sonst Jahre. Satelliten müssten auch nicht mehr auf eine Lebensdauer von 15 Jahren ausgelegt sein, sondern könnten schneller von neueren Versionen ersetzt werden.

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Artwork showing two of the potential dangers of low-Earth orbit. Since the late 1950s, the amount of junk in orbit around the Earth has escalated dramatically. The debris includes pieces of old spacecraft and objects accidentally dropped by astronauts during 'space walks'. Another source of potential danger are flares and coronal mass ejections (CMEs) from the Sun. The artwork shows a satellite damaged by an impact with debris, with a flare encroaching from top left.

Lindener spricht von ersten Absichtserklärungen von Kunden, will aber noch keine Namen verraten. Der auch in der internationalen Tech-Innovationsszene bekannte Experte Lindener sieht die Reflex-Vorteile in der Flexibilität, um gegen etablierte Anbieter anzutreten oder zumindest eingebunden zu werden. Geplant seien auch Partner-Netzwerke in der Branche.

Es sind alles extrem ambitionierte Pläne und noch fliegt kein Reflex-Satellit aus dem Drucker im All. Von jährlich bis zu 80 Satelliten aus den Druckern ist die Rede. Elon Musk baut derzeit seine Satellitenproduktion in ganz anderen Dimensionen weiter aus. Inzwischen werden bis zu acht Internet-Satelliten gefertigt – pro Tag.

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